
Der Schlüssel passte tatsächlich. Den alten Messingschlüssel trug ich am nächsten Morgen noch immer in meiner Jackentasche. Eigentlich wollte ich die Suche nach dem passenden Schloss aufgeben.
Dann entdeckte ich auf einem kleinen Markt einen Stand mit alten Büchern, Lampen, Bilderrahmen und einer dunklen Holztruhe.
Das Messingschloss sah verdächtig passend aus.
Der ältere Verkäufer beobachtete, wie ich den Schlüssel danebenhielt. Er zuckte mit den Schultern und erlaubte mir, ihn auszuprobieren. Der Schlüssel ließ sich erst nur schwer drehen. Dann knackte das Schloss.
Die Truhe öffnete sich.
Darin lagen keine Goldmünzen und keine geheimen Dokumente, sondern alte Theaterkostüme: ein schwerer roter Samtumhang, schwarze Spitzenhandschuhe, ein Federhut, eine kleine Krone, mehrere verzierte Masken und ein blaues Satinkleid.
Ganz oben lag eine Karte mit der Aufschrift:
„Eine Rolle gehört nicht in eine verschlossene Truhe.“
Der Verkäufer konnte mir nicht sagen, wer die Karte hineingelegt hatte. Er wusste nur, dass die Truhe früher einem kleinen Wandertheater gehört haben sollte.
Am liebsten hätte ich alles mitgenommen. Mein Van hätte diese Entscheidung allerdings nicht besonders begeistert aufgenommen. Deshalb durfte ich mir ein Teil aussuchen.
Ich nahm den roten Samtumhang.
Er ist schwer, viel zu dramatisch und vollkommen unpraktisch. Also genau richtig für meine nächste Verwandlung.
Der Schlüssel liegt jetzt wieder in der Truhe. Wer mir den zweiten Umschlag hingelegt hat, weiß ich noch immer nicht.
Aber vielleicht ging es auch nie darum, diese Person zu finden. Vielleicht sollte ich nur die Kostüme entdecken.
🔑 Was soll aus dem roten Samtumhang werden: Königin, Vampirin oder geheimnisvolle Magierin? Schreibt es mir.