
Wer hat den zweiten Umschlag hingelegt? Die Einladung zum Maskenball hatte ich selbst geschrieben. Sie war nur ein Teil meiner Geschichte genau wie die goldene Maske und der geheimnisvolle Innenhof.
Am nächsten Morgen lag jedoch ein zweiter cremefarbener Umschlag unter meinem goldenen Fächer.
Dieser war nicht von mir.
Auf dem Zettel stand nur ein Satz:
„Suche dort, wo die Uhr seit Jahren stillsteht.“
Damit war meine nächste Rolle entschieden.
Ich zog eine dunkle Hose, einen schwarzen Rollkragenpullover und einen beigefarbenen Trenchcoat an. Dazu kamen feste Stiefeletten, ein kleiner Hut und ein Notizbuch. Aus der unbekannten Maskenträgerin wurde eine Detektivin.
In der Altstadt gab es mehrere Uhren. Eine hing über einem Schmuckgeschäft, eine andere an einem kleinen Rathaus. Erst in einer schmalen Seitengasse entdeckte ich eine alte Uhr über dem Eingang eines längst geschlossenen Ladens.
Ihre Zeiger standen auf 19:35 Uhr.
Unter einer steinernen Bank lag ein kleines Tuch. Darin steckte ein alter Messingschlüssel und ein weiterer Zettel:
„Für eine Tür, die du noch nicht gefunden hast.“
Natürlich hätte ich vernünftig sein und den Schlüssel einfach dort liegen lassen können. Stattdessen steckte ich ihn ein und suchte die gesamte Gasse nach einem passenden Schloss ab.
Ohne Erfolg.
Vielleicht gehört er zu einer alten Truhe, einem verlassenen Zimmer oder einem Schrank voller Kostüme. Vielleicht öffnet er auch überhaupt nichts und jemand hatte nur Spaß daran, meine Geschichte weiterzuschreiben.
Der Schlüssel liegt jetzt bei meiner goldenen Maske.
Und meine Detektivin hat ihren ersten ungelösten Fall.
🔎 Was könnte der alte Schlüssel öffnen: eine Truhe, ein geheimes Zimmer oder etwas ganz anderes? Schreibt es mir.