
Die Einladung ohne Absender. Die goldene Maske lag schon einige Tage zwischen meinen Kostümsachen. Sie war zu auffällig für den Alltag, aber viel zu schön, um weiterhin in einer Stofftasche zu verschwinden.
Also erfand ich den passenden Anlass dazu.
Auf einen kleinen cremefarbenen Umschlag schrieb ich nur drei Worte: „Eintritt nur mit Maske.“
Ich kombinierte ein dunkelgrünes Samtkleid aus meinem normalen Kleiderschrank mit langen schwarzen Handschuhen, goldenem Schmuck und dem Fächer aus dem spanischen China-Laden. Erst die Maske machte daraus eine völlig neue Rolle.
Am Abend fand ich einen historischen Innenhof mit alten Säulen, einem kleinen Brunnen und warm leuchtenden Laternen. Aus einem benachbarten Restaurant drang leise Musik herüber.
In meiner Geschichte fand dort hinter verschlossenen Türen ein geheimer Maskenball statt. Niemand kannte die Namen der anderen Gäste. Man tanzte, beobachtete sich und verschwand wieder, bevor die Kirchenglocke Mitternacht schlug.
Meine Maskierte kam allein.
Sie blieb zunächst unter einem der Steinbögen stehen, öffnete langsam ihren goldenen Fächer und wartete darauf, dass jemand den Mut hatte, sie zum Tanz aufzufordern.
Natürlich gab es weder einen Ball noch geheimnisvolle Gäste. Trotzdem fühlte ich mich hinter der Maske plötzlich mutiger. Vielleicht fällt es leichter, eine andere Seite von sich zu zeigen, wenn für einen Moment niemand genau weiß, wer man ist.
Kurz vor Mitternacht nahm ich die Maske ab. Die unbekannte Frau verschwand das dunkelgrüne Kleid blieb.
Manchmal braucht es tatsächlich nur ein einziges Accessoire, um aus einem normalen Abend eine ganz andere Geschichte zu machen.
🎭 Hättet ihr mich hinter der goldenen Maske erkannt oder wärt ihr neugierig genug gewesen, mich zum Tanz aufzufordern? Schreibt es mir.