
Von 2147 direkt ins Jahr 1926. Gestern kam ich noch mit silbernen Haaren aus dem Jahr 2147. Heute hat meine imaginäre Zeitmaschine offenbar die falsche Richtung genommen und mich mitten im Jahr 1926 abgesetzt.
Die silberne Perücke wurde gegen einen kurzen blonden Bob getauscht. Dazu kamen ein schwarzes Fransenkleid, lange Handschuhe, mehrere Perlenketten und ein schmales Stirnband mit einer dunklen Feder.
Vor einem alten spanischen Kino mit goldenen Leuchten und schweren roten Türen fühlte ich mich sofort wie eine Stummfilmdiva, die zur Premiere ihres neuesten Films erwartet wurde.
Es fehlten nur die Fotografen.
In meiner Geschichte war ich der geheimnisvolle Star des Abends. Niemand wusste, woher ich kam, warum ich zu spät erschien oder weshalb ich während der gesamten Vorstellung kein einziges Wort sagte.
Das Schweigen wollte ich anschließend in einem kleinen Café ausprobieren. Ich setzte mich an einen Tisch und versuchte, nur mit dramatischen Blicken und übertriebenen Gesten einen Kaffee zu bestellen.
Der Kellner brachte mir zwei.
Offenbar muss ich an meiner stummen Schauspielkunst noch etwas arbeiten.
Ich trank beide, betrachtete mein Spiegelbild im Fenster und dachte mir einen passenden Filmtitel aus: „Die Frau, die in der falschen Zeit ankam.“
Eigentlich gar nicht schlecht.
Am Ende des Abends nahm ich die Perücke ab und kehrte ins Jahr 2026 zurück. Die langen Handschuhe blieben jedoch noch eine Weile an. Eine echte Diva verlässt schließlich nicht einfach die Bühne.
🎬 Welche Rolle würdet ihr mir in einem alten Stummfilm geben: geheimnisvolle Fremde, elegante Detektivin oder gefährliche Verführerin? Schreibt es mir.