
Blumen im Haar und Sand unter den Füßen. Nach meiner Schatzsuche als Piratin wollte ich dieses Mal keine Karte, kein Geheimnis und keinen festen Plan.
Ich zog eine weite helle Hose, ein lockeres Top und eine gehäkelte Weste an. Dazu kamen mehrere Muschelketten, ein buntes Tuch im Haar und kleine Blumen, die ich seitlich hineinsteckte. Die Schuhe ließ ich gleich zurück.
Meine neue Rolle brauchte keine.
Am Strand hatte jemand ein paar bunte Kissen in den Sand gelegt. Aus einer kleinen Strandbar kam leise Musik, der Wind bewegte die Fransen meiner Weste und das Meer glitzerte in der Nachmittagssonne.
Für einen Moment war ich keine Reisende, die überlegt, wohin sie als Nächstes fährt. Ich war ein Beach-Hippie, der einfach dort bleibt, wo es sich gerade gut anfühlt.
Ich sammelte Muscheln, knüpfte eine davon an meine Kette und ließ mir von einem Straßenmusiker zeigen, wie man drei Akkorde auf seiner alten Gitarre spielt. Besonders gut klang es nicht. Aber das schien weder ihn noch die Möwen zu stören.
Später setzte ich mich in den warmen Sand und beobachtete, wie die Sonne langsam tiefer sank. Es gab nichts zu erledigen und keinen Ort, an dem ich noch ankommen musste.
Vielleicht gefällt mir diese Rolle deshalb so gut. Sie erinnert mich daran, dass ein Tag nicht immer ein Abenteuer braucht. Manchmal reicht es, barfuß am Meer zu sitzen und für ein paar Stunden keinen Plan zu haben.
Die Blumen blieben jedenfalls bis zum Abend in meinen Haaren.
🌼 Würdet ihr mit mir bis zum Sonnenuntergang am Strand bleiben oder lieber noch weiterziehen? Schreibt es mir.